deshalb schrieb ich ja zumindest in klammern "so es den überhaupt gibt". und ich meinte auch gar nicht den "goth sound", sondern so ein allgemeines, schwer zu fassendes gefühl. denn zusätzlich zu ihrer beeindruckenden bandbreite, schaffen sie es, dieses trotzdem immer aufrecht zu erhalten, egal wie unterschiedlich der inhalt. das ist ihnen meiner ansicht nach noch höher anzurechnen.* und da finde ich eben, trifft das debut noch nicht ganz den ton. man hört ihnen noch deutlich ihre jugendlichkeit und ihre noch nicht ganz austarierte suche an (noch stärker übrigens naturgemäß auf den demos aus dieser zeit). nicht qualitativ und auch nicht inhaltlich bzw stilistisch sondern eher bzgl so etwas schwer zu greifendem wie selbstsicherheit und vertrauen in das eigene tun, sehe ich bei ihnen daher den größten schritt, quasi auf ein anderes level, zwischen diesem und dem zweiten album.
versteh du mich da auch nicht falsch, denn wie gesagt, ich mag das album auch sehr. mein wiederholtes rummäkeln an ihren späteren poppigen liedern geschieht auf einer anderen schiene, und hat dann tatsächlich inhaltlich-stilistische bezugspunkte.
* übrigens auch einfach nicht kopierbar. wie oft hat man the cure besonders in den 90ern als referenz gelesen und wurde jedesmal enttäuscht. es gibt meines wissens keine band, die sich ihrem gesamtsound auch nur annähert. tatsächlich eine einzigartige band.etienoir, 15.01.2025 09:00
Ich stimme größtenteils deinen Beobachtungen zu, doch letztlich ist es für jede Band eine natürliche Entwicklung, sich zwischen Alben weiterzuentwickeln. Bands wie Radiohead (Pablo Honey zu The Bends) oder David Bowie (Space Oddity zu Hunky Dory) zeigen ähnliche Fortschritte, ohne dass ihre früheren Werke als unerwachsen oder unsicher abgewertet werden müssen. Three Imaginary Boys betrachte ich als eigenständigen Höhepunkt, der den Reiz des Unfertigen und Suchenden in sich trägt. Gerade die "Jugendlichkeit", die ungeschliffenen technischen Fähigkeiten und das Gefühl des Ausprobierens verleihen dem Album einen besonderen Charme, der in späteren, technisch perfekteren Werken möglicherweise fehlt.