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AOTY 2024

Donnerjakob
deshalb schrieb ich ja zumindest in klammern "so es den überhaupt gibt". und ich meinte auch gar nicht den "goth sound", sondern so ein allgemeines, schwer zu fassendes gefühl. denn zusätzlich zu ihrer beeindruckenden bandbreite, schaffen sie es, dieses trotzdem immer aufrecht zu erhalten, egal wie unterschiedlich der inhalt. das ist ihnen meiner ansicht nach noch höher anzurechnen.* und da finde ich eben, trifft das debut noch nicht ganz den ton. man hört ihnen noch deutlich ihre jugendlichkeit und ihre noch nicht ganz austarierte suche an (noch stärker übrigens naturgemäß auf den demos aus dieser zeit). nicht qualitativ und auch nicht inhaltlich bzw stilistisch sondern eher bzgl so etwas schwer zu greifendem wie selbstsicherheit und vertrauen in das eigene tun, sehe ich bei ihnen daher den größten schritt, quasi auf ein anderes level, zwischen diesem und dem zweiten album.

versteh du mich da auch nicht falsch, denn wie gesagt, ich mag das album auch sehr. mein wiederholtes rummäkeln an ihren späteren poppigen liedern geschieht auf einer anderen schiene, und hat dann tatsächlich inhaltlich-stilistische bezugspunkte.



* übrigens auch einfach nicht kopierbar. wie oft hat man the cure besonders in den 90ern als referenz gelesen und wurde jedesmal enttäuscht. es gibt meines wissens keine band, die sich ihrem gesamtsound auch nur annähert. tatsächlich eine einzigartige band.etienoir, 15.01.2025 09:00

Ich stimme größtenteils deinen Beobachtungen zu, doch letztlich ist es für jede Band eine natürliche Entwicklung, sich zwischen Alben weiterzuentwickeln. Bands wie Radiohead (Pablo Honey zu The Bends) oder David Bowie (Space Oddity zu Hunky Dory) zeigen ähnliche Fortschritte, ohne dass ihre früheren Werke als unerwachsen oder unsicher abgewertet werden müssen. Three Imaginary Boys betrachte ich als eigenständigen Höhepunkt, der den Reiz des Unfertigen und Suchenden in sich trägt. Gerade die "Jugendlichkeit", die ungeschliffenen technischen Fähigkeiten und das Gefühl des Ausprobierens verleihen dem Album einen besonderen Charme, der in späteren, technisch perfekteren Werken möglicherweise fehlt.
etienoir
"abgewertet" ist mir da ein zu hartes wort, so wollte ich es nicht verstanden wissen. daher will ich nochmal betonen, wie sehr auch ich das album mag. ich sehe es nur eben als am wenigsten exemplarisch für die band.

und die gedanken an das positive der jugendlichen frische hatte ich heute auch im weitergehenden nachdenken über diese zusammenhänge. denn eigentlich bin ich immer ein großer verfechter dieser unbedarftheit in meinem persönlichen umfeld. und bei vielen bands, die ich vor allem in der jugend schätzen gelernt hatte, war und ist es meistens das debut gewesen, das bei mir eine besondere stellung einnahm bzw einnimmt. beispiele: the clash, new model army, U2, bad religion, metallica etc pp
Donnerjakob
Auch wenn unsere Ansichten zum Debütalbum stark subjektiv gefärbt sind, glaube ich, dass sich unsere Kernpunkte weitgehend im Konsens treffen.

und die gedanken an das positive der jugendlichen frische hatte ich heute auch im weitergehenden nachdenken über diese zusammenhänge. denn eigentlich bin ich immer ein großer verfechter dieser unbedarftheit in meinem persönlichen umfeld. und bei vielen bands, die ich vor allem in der jugend schätzen gelernt hatte, war und ist es meistens das debut gewesen, das bei mir eine besondere stellung einnahm bzw einnimmt. beispiele: the clash, new model army, U2, bad religion, metallica etc ppetienoir, 15.01.2025 22:42

Darüber musste ich auch nachdenken, und in der Regel bevorzuge ich eher die Spätwerke. Es gibt jedoch Ausnahmen, wie etwa bei The Stooges, Devo, Boards of Canada und besonders Aphex Twin, bei denen ich sagen würde, dass weder sie selbst noch jemand anderes ihre Debüts jemals übertreffen wird.
etienoir
die sache mit den besonders starken debuts wäre vielleicht mal eine sache für den listenthread. also wenn jemandem mal langweilig ist ...

ansonsten schön, jakob, dass wir unseren austausch zum cure-debut zu einem zufriedenstellenden abschluss bringen konnten.

ein aspekt ist für mich jedoch offen geblieben: wenn ich für eine sache brenne, freut es mich immer, meinen enthusiasmus bestätigt (oder zumindest, naja, gewürdigt) zu sehen. daher: hat noch jemand eine meinung zu dem stück another day?

und noch etwas: hat damit auch das gesamte thema the cure vorerst wieder einen abschluss gefunden? eigi, noch was? ansonsten schade, aber okay - halt bis zum nächsten mal :)
eigenwert
Da kommt sicher noch etwas von mir, fühl mich aber gerade etwas erschlagen von dem Thema.
Es gibt jedenfalls schon Gründe (die nicht felsenfest gemeißelt sind, wie meistens bei mir), weshalb ich noch nichts dazu geschrieben habe.
Das Debüt: wer von euch hat das erst noch gesagt: es steht noch nicht für den typischen Sound.
So seh ich das im Moment auch.
Wenn ich mich mit The Cure befassen möchte, dann will ich Hardcore-Cure, und was ich darunter verstehe, ist wohl hinreichend klar geworden.
Mit allen weiteren Aspekten kann man sich dann weiter beschäftigen, aber mein Ausflug in diese Welt soll jetzt noch nicht so weit gehen.
Gehört habe ich Staubsauger-Kühlschrank-Stehlampe natürlich schon (was sagt eigentlich Ärpel über so eine Bandbesetzung?).
Den möglichen Faden über besonders begeisternde Debüts darf gern mal jemand aufgreifen oder was bereits vorhandenes ergänzen.
Freuen würde es mich; selber müsste ich mir aber noch ein paar Gedanken machen, ganz so hopplahopp kann ich mir auch nichts aus dem Ärmel ziehen.
So weit erstmal meine 2cts.

Ach so ja, Cure: paar Alben fehlen noch - im Moment schreib ich dazu aber nix, wozu auch?
Schön, dass mit Songs Of A Lost World nochmal etwas wirklich Bemerkenswerts nachgekommen ist. Da würden mich auch noch ein paar andere Meinungen interessieren, mal schauen, ob noch was kommt.

Zuletzt geändert von eigenwert

eigenwert
Habt ihr wahrscheinlich schon mitbekommen:
Heute, ab 21:40, kommt auf arte ein Cure-Themenabend. Zuerst ein Bericht über das Disintegration-Album, dann ein Livegig.
Crackerman
Ich werde es leider doch nicht schaffen, eine Top10 zusammenzukriegen. Einfach neu wenig Zeit zum Musik hören :sad:. Deshalb nur meine Nummer 1 und das mit grossem Abstand: Warped vision von Psychlona :bow:.
Crackerman
16. Maida Vale - Sun Dogdacla, 08.01.2025 10:51

Das war für mich die Enttäuschung des Jahres. Ich hatte mich darauf gefreut, weil ich die vorherigen Werke von Maida Vale (trotz der Bomben auf dem Cover von Tales Of The Wicked West) sehr mag. Aber die Sun Dog gibt mir garnichts.DIRTY_PUNK, 10.01.2025 15:31

Da muß ich dir Recht geben. Ich hatte hohe Erwartungen, die diese Platte leider nicht mal ansatzweise einlösen konnte. Ich hoffe jetzt noch, daß die Songs live eine andere Präsenz entfalten, sonst weiß ich auch nicht. Als ob sie ihr Gespür für gutes Songwriting komplett verloren hätten :sad:.
Und ich behaupte weiterhin, es sind Tränen auf dem Cover, die irgendeiner Symbolik folgend zu Bomben werden, bevor sie den Boden erreichen :klugscheiss:.
Crackerman
Sieht so aus, als ob ich mir The Cure mal anhören sollte. Das wäre meine erste Platte von denen. Friday... und Love cats haben mich dermassen abgetörnt, daß ich es nie mehr versucht habe.Crackerman, 10.01.2025 10:06

Das würde ich dir sehr raten :cheers: .
Die beiden anderen, die du erwähnst, kenne ich auch nicht. Wahrscheinlich sind die tatsächlich Murks.eigenwert, 10.01.2025 10:58

Zwischen den beiden genannten Singles liegen fast zehn Jahre und vier Alben. Ich finde es interessant, dass man bei einer Band wie The Cure schon nach zwei Single-Auskopplungen sofort die richtigen Schlüsse ziehen kann.

Ich würde The Head on the Door als Einstieg empfehlen. Es ist zwar nicht mein Lieblingsalbum von The Cure, aber ein gutes, um herauszufinden, ob man die Band mag oder nicht.Donnerjakob, 10.01.2025 23:46

Ich kann deine Ironie verstehen, wenn man DP auf Hush und Love child reduzieren würde, würde ich auch intervenieren. Nun habe ich die beiden Songs eher zur selben Zeit und nicht mit 10 Jahren Abstand gehört und ich kenne auch die Alben dazwischen nicht. Ich habe Ende der 70er harte Musik für mich entdeckt und war danach sicher 20 Jahre damit beschäftigt, alles aus den 70ern aus dieser Richtung nachzuholen. Da war kein Platz für eine Band mit zwei furchtbaren Singles :wink:.
Ich werde jetzt aber mit der Neuen einsteigen.
Crackerman
glaube kaum, dass cracker sich mit welcher richtung auch immer von the cure anfreunden kann.etienoir, 11.01.2025 00:03

Das würde ich gar nicht mal sagen. Ich kann mich noch an ein Gespräch mit Ärpel über The Cure erinnern, worin sie mir einen Song vorspielte, der wirklich genau passend ausgesucht war. Den fand ich richtig gut, habe die Band aber trotzdem nicht verfolgt. Weiss auch nicht mehr, wie er hiess.
wobei die beiden genannten stücke natürlich auch nur die für meinen geschmack schlechteste facette der sehr breiten, aber doch auch homogenen palette abdecken.etienoir, 11.01.2025 00:03

Na immerhin :gimmefive:.
Donnerjakob
Ich habe Ende der 70er harte Musik für mich entdeckt und war danach sicher 20 Jahre damit beschäftigt, alles aus den 70ern aus dieser Richtung nachzuholen.Crackerman, 22.01.2025 00:25

Zwanzig Jahre Lebenszeit für ein Jahrzehnt harter Musik – das klingt nach:


Ich werde jetzt aber mit der Neuen einsteigen.Crackerman, 22.01.2025 00:25

Ist auch ein sehr guter Einstieg.
Crackerman
Ich habe Ende der 70er harte Musik für mich entdeckt und war danach sicher 20 Jahre damit beschäftigt, alles aus den 70ern aus dieser Richtung nachzuholen.Crackerman, 22.01.2025 00:25

Zwanzig Jahre Lebenszeit für ein Jahrzehnt harter Musik – das klingt nach:
Donnerjakob, 22.01.2025 21:43

Das trifft es nicht wirklich. Eher dieses :smile::