Ich möchte mich darüber austauschen wie großartig die ersten beiden Alben der Foals sind
Nathanael_x
Ich habe mir die Live at the Royal Albert Hall Blu Ray (von der Tour zum dritten Album) der Fohlen gekauft. Ein toller Konzertfilm von einem richtig energiegeladenen Auftritt.
Was doch stark auffällt ist der Unterschied zwischen den Songs der ersten beiden Alben (Antidotes und Total Life Forever) und dem dritten (Holy Fire). Einfach mal My Number (Holy Fire) mit Electric Bloom (Antidotes, ganz toll als Liveperfomance) und Spanish Sahara (schöne Liveumsetzung mit toller und passender Lichtshow) vergleichen.
Ich habe hier mal die Theorie gepostet, dass das vierte Album das schwierigste ist und es da oft zu einem Qualitätsabfall kommt. Bei den Fohlen war es das dritte.
War es Schmirglie, der Total Life Forever sogar recht weit oben in einer seiner Toplisten positioniert hat?
Ich habe die Fohlen danach etwas aus den Augen verloren. Wenn jemand mich überzeugen möchte mich doch mehr mit deren späteren Output zu beschäftigen, kann er es gerne machen.
Donnerjakob
Ich habe Foals 2010 auf dem Melt! Festival gesehen. Yannis Philippakis trug damals Wide-Leg-Pants wie Bowie auf der Bühne, was sofort meine Aufmerksamkeit weckte. Sie hatten ein echtes Talent dafür, reifen, bekenntnishaften Space-Pop mit subtilen Kraut- und Prog-Rock-Einflüssen – und einigen weniger subtilen Rock-Rock-Elementen – zu kreieren. Als sie ihr viertes Album What Went Down herausbrachten, waren sie bereits seit zehn Jahren dabei und trotzdem noch keine 30. Das Album war eine ernsthafte Party-Platte, vergleichbar mit 1999 von Prince – die ganze Nacht wach, und garantiert wird um 9 Uhr morgens jemand den Staubsauger anwerfen. Eine gute Sache, denn es spiegelt meine (oder vielmehr ihre) Zwanziger wider: ein musikalisches Erwachsenwerden und eine Hommage an die Einflüsse, die sie über die Jahre geprägt haben – eine Konsolidierung, wenn man so will.
FOALS - What Went Down
Dicke Empfehlung!
Nathanael_x
Danke für diesen schönen Text Jakob.
Ich habe mir nochmals What went down angehört. Kommt für mich (leider) auch nicht an die ersten Alben ran.
Noch ein mal eine ganz klare Empfehlung meinerseits was die Live At the Royal Albert Hall Blu Ray angeht.
eigenwert
WWD läuft grade hier.
Die gefällt mir jedenfalls schon mal besser als das Debüt. Dh, ich werde wohl auch noch etwas weiterhören.
Die Erste geht mir wie dieser ganze tanzlastige Zickzack-Indie auf die Nüsse. Da hilft es auch einfach nicht, dass in der Musik so einiges drinsteckt, das Beachtung verdient. Wenn man dieser Richtung etwas abgewinnen kann, sind Foals sicher eine gute Wahl - aber in der Dosis wie auf dem Debüt ist das nix für mich.
Ich hab danach gleich mal mit 31 Knots weitergemacht, weil das mich an die erinnert hat.
Die Knots sind ja auch ziemliche Hibbler vor dem Herrn, aber bei denen stört mich das nicht, ich hab die sogar sehr gern. Manchmal liegt der Unterschied halt in Details, und in dem Fall kann ich die nicht mal benennen. Tja.
schmirglie
War es Schmirglie, der Total Life Forever sogar recht weit oben in einer seiner Toplisten positioniert hat?Nathanael_x, 14.02.2025 21:31
Das ist vollkommen korrekt.
Ich hab die ersten Alben der Band lange nicht gehört und glaube ich sollte das mal wieder ändern.
Wobei Antidotes nie so wirklich mein Favorit war, aber Total Life Forever wäre wohl immer noch meine Nummer 1. Habe mich grade gefragt wann ich das letzte Mal Miami gehört habe, ich weiß es wirklich nicht, aber das wird gleich mal wieder getan.
Ansonsten finde ich auch Holy Fire und What Went Down noch sehr, sehr gut, nur die Everything not Saved...-Alben haben bei mir nicht gezündet.
Das letzte Album "Life is Yours" lief dafür wieder ziemlich viel, auch wenn es nicht an die Klasse der anderen genannten Alben rankommt.
eigenwert
Manchmal hat man so seine uneingestandenen Favoriten.
Bei mir ist es zB Helmets Aftertaste. Halt ich nicht für ihr bestes Album und wohl auch niemand sonst, aber insgesamt hab ich die bestimmt am meisten aufgelegt. Macht mir einfach Spaß.
Nathanael_x
WWD läuft grade hier.Die Erste geht mir wie dieser ganze tanzlastige Zickzack-Indie auf die Nüsse. Da hilft es auch einfach nicht, dass in der Musik so einiges drinsteckt, das Beachtung verdient. Wenn man dieser Richtung etwas abgewinnen kann, sind Foals sicher eine gute Wahl - aber in der Dosis wie auf dem Debüt ist das nix für mich.eigenwert, 17.02.2025 20:02
Ich glaube, ich bin eben ein großer Fan von diesem tanzlastigen Zickzack-Indie. Auch oder vor allem in der Dosis wie auf Antidotes.
Was für ein toller Indiedisco-floorfiller.
Liebe Grüße
Nata, ein Kind der Class of 2005, der in seinen jüngeren Jahren gerne bis zum Schluss am frühen morgen in der Indiedsco (bei mir war es Stone im Ratinger Hof in Düsseldorf) geblieben ist.
PS. den evtl. Vorwurf, dass ich musikalisch stehen geblieben bin kann ich kontern. Nach der intensiven Indiephase kam viel anderes dazu wie Postrock, Prog, später auch Hardcore und andere unterschiedliche Sachen. Nur das liebe Indie habe ich nie aufgegeben :)
Zuletzt geändert von Nathanael_x
etienoir
ich glaube es schon ein-, zweimal erwähnt zu haben: der begriff "indie" war ja schon immer schwammig, aber ihr millenials u.a. mit dem zick-zack-zappel-indie habt davon eben ein völlig anderes grundverständnis als wir, die in den 80ern (und vielleicht 90ern) damit in kontakt getreten und sozialisiert worden sind. mit dem zusätzlichen unterschied, dass wir beides live erlebt haben, woraus vielleicht unsere tendenzielle abneigung gegenüber den 00er-ausprägungen resultiert.
etienoir
und dieser vorwurf des "musikalisch stehen geblieben sein" relativiert sich ohnehin mit zunehmendem alter. ist es sowieso nur ein vorwurf der jüngeren (und jüngsten) generation an vorangegangene, kann er ja höchstens zutreffen, wenn neues nicht zugelassen wird, denn das alte, vor allem das in der eigenen jugend kennengelernte, dürfte bei allen wirklichen musikliebhabern ein leben lang einen besonderen stellenwert genießen. und selbst wenn sich nicht mehr wirklich auf neues eingelassen wird, darf dieser vorwurf auch durchaus weggelächelt werden: die meisten entwickeln vielleicht andere vorlieben oder haben verpflichtungen, die ihnen einfach nicht mehr die zeit lassen, sich intensiv mit dem neuen auseinanderzusetzen. und natürlich - wenn man ein paar jahrzehnte musikerfahrung gesammelt hat, kann es auch einfach irgendwann verdammt nochmal reichen, wenn man mit dem bekannten und geschätzen längst glücklich ist.
etienoir
nachsatz: dem neuen oder aktuellen tendenziell mehr wert beizumessen ist ja ohnehin ein - sehr gerechtfertigter - ansatz der jugend. ebenso wie die aus erfahrung und gelassenheit resultierende souveränität im fortgeschrittenen alter, den wert in eine vielleicht angemessenere relation setzen zu können. die kunst über die gesamte lebensspanne ist eben, die balance zwischen beidem halten zu können: die neugier und freude am neuen nicht verlieren, gleichzeitig aber dem bestehenden und bewährten den verdienten wert beizumessen.
Nathanael_x
Vielen Dank für die schönen Beiträge Eti :)
Donnerjakob
ich glaube es schon ein-, zweimal erwähnt zu haben: der begriff "indie" war ja schon immer schwammig, aber ihr millenials u.a. mit dem zick-zack-zappel-indie habt davon eben ein völlig anderes grundverständnis als wir, die in den 80ern (und vielleicht 90ern) damit in kontakt getreten und sozialisiert worden sind. mit dem zusätzlichen unterschied, dass wir beides live erlebt haben, woraus vielleicht unsere tendenzielle abneigung gegenüber den 00er-ausprägungen resultiert.etienoir, 27.02.2025 13:44
So viel Nostalgie und musikalischen Konservatismus hätte ich dir gar nicht zugetraut. Erst gibst du zu, dass 'Indie' schon immer ein schwammiger Begriff war – also keinen einheitlichen, endgültigen Sound hatte. Und dann behauptest du, Millennials hätten ein völlig anderes Grundverständnis davon. Ist das wirklich so überraschend? Schon in den 80ern und 90ern gab es unterschiedliche Wahrnehmungen.
Alles, was nach deiner Zeit kam, als 'Zick-Zack-Zappel-Indie' abzutun, ist eine unnötige Reduktion auf Klischees und basiert stark auf deiner persönlichen Perspektive. Nach dieser Logik müssten die Indie-Hörer der 70er auch die 80er-Welle als 'nicht authentisch' ablehnen. Doch Musik entwickelt sich nun mal weiter – so wie Indie sich in jeder Generation gewandelt hat.
Und wenn du Indie nicht mehr als Produktionsweise, sondern als festen Sound definierst, widersprichst du deinem eigenen Argument. Eine spätere Entwicklung weniger legitim zu nennen, heißt letztlich nur, den Wandel zu ignorieren.
etienoir
du schießt völlig übers ziel hinaus, jakob!
Alles, was nach deiner Zeit kam, als 'Zick-Zack-Zappel-Indie' abzutun / 'nicht authentisch' / spätere Entwicklung weniger legitim
wo habe ich das getan?
Nathanael_x
du schießt völlig übers ziel hinaus, jakob!
Alles, was nach deiner Zeit kam, als 'Zick-Zack-Zappel-Indie' abzutun / 'nicht authentisch' / spätere Entwicklung weniger legitim
wo habe ich das getan?etienoir, 28.02.2025 05:41
Ich habe Etis Posts auch als nicht so negativ gegenüber neueren Spielarten wahrgenommen.
Vielleicht stört sich Jakob an dem Begriff "Zick-Zack-Zappel" und nimmt ihn als negativ wahr?
Zuletzt geändert von Nathanael_x
eigenwert
Das Zick-Zack hab ja ich ins Spiel gebracht, eigentlich müsste Jakob sich gegen mich wenden. Gezappel trifft es aber auch.
Ich lass es jetzt aber mal gut sein.
Donnerjakob
du schießt völlig übers ziel hinaus, jakob!
Alles, was nach deiner Zeit kam, als 'Zick-Zack-Zappel-Indie' abzutun / 'nicht authentisch' / spätere Entwicklung weniger legitim
wo habe ich das getan?etienoir, 28.02.2025 05:41
Vielleicht war meine Formulierung zugespitzt, aber deine ursprüngliche Aussage klang genau danach. Du sprichst davon, dass 'wir, die in den 80ern sozialisiert wurden', ein anderes Verständnis von Indie hätten und dass eure 'tendenzielle Abneigung' gegenüber den 00er-Ausprägungen daraus resultiert. Klingt das nicht nach einer klaren Abwertung dieser späteren Entwicklung?
Und 'Zick-Zack-Zappel-Indie' ist nun mal eine pauschale Bezeichnung, die bestimmte Stilrichtungen der 00er-Jahre auf ein Klischee reduziert. Wenn du nicht sagen wolltest, dass spätere Entwicklungen weniger legitim sind – was genau war dann deine Aussage?
Mir geht es hier nicht darum, dich anzugreifen oder dir etwas zu unterstellen. Ich halte es nur für wichtig, Dinge kritisch zu hinterfragen – gerade weil eine gesunde Diskussionskultur davon lebt, Aussagen zu reflektieren und unterschiedliche Perspektiven einzunehmen.
etienoir
danke, lieber jack, für dein faires diskussionsangebot, und ich werde gerne darauf eingehen, herzensthema. allerdings bin ich momentan anderweitig ziemlich beansprucht, sodass meine antwort vielleicht eine weile auf sich warten lassen wird.
etienoir
sorry, ist ne weile her. und doppelt sorry, dass ich mich erst so weit aus dem fenster gelehnt habe, aber das thema jetzt doch nicht weiter verfolgen möchte.
kleine erklärung: die letzten wochen waren ziemlich stressig bei mir. und vor allem musste ich insbesondere beruflich viele diskussionen führen und überzeugungsarbeit leisten, und bin oft genug einfach nur vor die wand gelaufen. resultat: ich bin es vorerst leid zu diskutieren oder auch nur meinen standpunkt darlegen zu müssen.
wahrscheinlich liegen wir letztlich - wie meistens - sowieso gar nicht so weit auseinander.
Donnerjakob
Alles gut, ich habe keinen Schlaf darüber verloren – danke für deine ehrliche Rückmeldung. Ich versteh das total, manchmal ist einfach nicht der richtige Moment für Diskussionen.
Lass es dir gutgehen – und wenn du irgendwann wieder Lust auf Gedankenspielereien hast: I'm down whenever.